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VEREIN
04.09.2014
TuRa Pohlhausen fürchtet Fusion
TuRa Pohlhausen will kein Spielverderber sein, sieht sich aber in diese Ecke gedrängt. Die drei Vereine Dabringhauser TV, SSV Dhünn und Wermelskirchen 09/35 wollen kooperieren und haben zwei Vorschläge entwickelt, die zum Bau von einem großen oder zwei kleineren Kunstrasenplätzen samt Nebenplätzen führen könnten.
Allein TuRa Pohlhausen trägt die Vorschläge nicht mit. Aus gutem Grund, wie Vorsitzender Marco Ritscher gegenüber dem RGA erklärt.

"Wir begrüßen, dass der Sportausschuss einen Grundsatzbeschluss pro Kunstrasen gefasst hat", sagt Ritscher. Aber die Realisierung einer der beiden Vorschläge habe nur Nachteile für TuRa Pohlhausen und könne auf lange Sicht zum Tode des Vereins führen.

Der Platz in Pohlhausen sei jetzt schon größtenteils mit Trainings- und Spieleinheiten belegt, und zwar während der gesamten Woche bis einschließlich Sonntag. Dass sich zwei oder mehr Vereine einen Kunstrasenplatz teilen, ist "trainings- und spieltechnisch unmöglich", sagt Ritscher. "Die Hauptnutzungszeit liegt zwischen 16 und 21.30 Uhr." Da werde es zwangsläufig zu Konflikten kommen.

Abgesehen von den Schwierigkeiten, allen Vereinen in den Kernzeiten entsprechende Trainingsmöglichkeiten zu bieten, sieht Ritscher noch ein weiteres, vielleicht größeres Problem: "Dem Verein wird die Heimat genommen." Ritscher fürchtet, dass TuRa als einer der aktivsten Vereine der Stadt durch die Kooperation seine Identität verliert.

Zur Finanzierung Parzellen
symbolisch verkaufen

Und damit meint er nicht nur Events wie Spiele gegen die Traditionsmannschaften des FC Köln oder des BVB wie vor eineinhalb Wochen. "Wir führen Skatturniere durch, bieten seit Jahren Jugendsportwochen an. Damit beleben wir ja auch den Stadtteil."

Er fürchtet, dass diese wegbrechen könnten, denn: "Langfristig wird diese Kooperation wegen des Kunstrasenplatzes zur Fusion von Vereinen führen", ist sich Ritscher sicher. Damit steht er bei TuRa Pohlhausen nicht allein da. Auch Geschäftsführer Dirk Hohlmann fürchtet, dass durch die Kooperation die funktionierenden Strukturen des gewachsenen Vereins mit einer kompletten Sportanlage (Sportplatz, Tennisplätze, Kabinen, multifunktionales Vereinsheim) auseinandergerissen würden.

Die Lösung des Problems aus Sicht von TuRa Pohlhausen ist eine andere: Schaffung eines Kunstrasens auf dem derzeitigen Gelände von TuRa Pohlhausen. Neben Eigenleistung will der Verein selbst 50000 Euro beisteuern. Ritscher: "Da gibt es vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten, die genutzt werden können. Neben Inanspruchnahme von Fördermitteln und Sponsoring könnte mit einem Parzellenprogramm je ein Quadratmeter Kunstrasenplatz symbolisch erworben werden, um auf diese Weise Geld einzunehmen."

DIE VORSCHLÄGE

NR. 1 Bau von zwei Kunstrasenanlagen mit zwei Kleinspielfeldern, eine in Dabringhausen/Dhünn und eine im Stadtgebiet.

NR. 2 Bau einer großen Kunstrasenanlage mit drei Großplätzen und zwei Kleinfeldern oder zwei Großplätzen und drei Kleinfeldern auf Wermelskirchener Gebiet, z. B. in Hoffnung.

rga, Karsten Mittelstädt, 3.9.2014
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