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Sammelalbum
08.10.2013
Erster Verein in NRW mit eigenem Sammelalbum
"Für den Vorsitzenden muss man drei Bambini auf den Tisch legen"
Friedhelm Wendel, zwinkernd
"Hast du den Wendel doppelt? Dafür kriegst du Fynn und Justin aus der F-Jugend!" Tauschgeschäfte dieser Art werden unter den Fußballern des SSV Dhünn demnächst über die Bühne gehen. Denn der Verein erfüllt sich einen Kindheitstraum.

Mittwoch und Donnerstag werden am Sportplatz Staelsmühle Dutzende von Fotos geschossen - von Vorständen, Trainern, Helfern und allen Spielern der Fußballabteilung. Von den Bambini bis zu den Alten Herren, vom Logo bis zum Sportplatz.
Aus den Fotos werden Sticker für ein eigenes Vereinssammelalbum des SSV hergestellt, die dann gesammelt, getauscht und geklebt werden können. Eben genauso, wie man es von den "echten" Sammelalben zur WM, EM oder Bundesliga seit Jahrzehnten kennt.
Das Projekt ins Rollen gebracht hat Thomas Friedrich. Der B-Jugend-Trainer repräsentiert nebenberuflich das noch junge Sportunternehmen "myfooza" aus Berlin. Dahinter stecken zwei Studenten, die auf die Idee kamen, Amateurspieler zu echten Sammelstars zu machen.
TSV Aidhausen und FC Nassach aus Bayern waren im Dezember 2012 deutschlandweit die ersten Vereine, die ein vereinsübergreifendes Sammelalbum im Amateurfußball veröffentlichten. "Bei diesen Vereinen waren die Sticker innerhalb von drei Stunden ausverkauft und es musste zweimal nachproduziert werden", berichtet Thomas Friedrich.

Der SSV Dhünn ist der erste Verein in NRW, der ein Sammelalbum produzieren lässt. Ihm entstehen dabei keine Kosten. Das Projekt wird ausschließlich durch Sponsoren finanziert. Im Album gibt es Werbeplätze wie in einer Vereinszeitung.
"Allerdings deutlich weniger und dadurch exklusiver", erklärt 1. Vorsitzender Friedhelm Wendel. Solch ein Sammelalbum mit dem eigenem Foto darin werfe man schließlich nicht so einfach weg und schaue es sich auch nach dem Einkleben wieder an. "Meine Sammelalben aus den 60er Jahren hüte ich auch immer noch", so Wendel, der sofort für die Idee zu begeistern war.

Auf den Stickern werden neben dem Foto auch Name und Position der Mitglieder zu sehen sein. Von jedem Mitglied der Fußballabteilung gib es dieselbe Anzahl an Stickern. Etwa 150 bis 200 Sticker von jedem Spieler werden laut Friedrich produziert und "in chaotischer Reihenfolge" in Tütchen verpackt. Ein Tütchen mit fünf Stickern kostet 1 Euro. Einnahmen gehen direkt an den Verein.
"Durch das Projekt soll die Fußballabteilung nicht nur finanziell unterstützt, sondern untereinander auch besser vernetzt werden", erklärt Friedrich. "Die D-Jugend lernt die A-Jugend kennen - und umgekehrt. Durchs Tauschen kommt jeder mit jedem in Kontakt. Jeder will schließlich sich und seine Kumpels im Album haben."

Friedhelm Wendel freut sich schon aufs Feilschen - und erhöht den Preis für sein Sticker-Bild augenzwinkernd und vorsorglich. "Wer den Vorsitzenden haben möchte, muss dafür schon mindestens drei Bambini-Spieler auf den Tisch legen."

Von Gunnar Freudenberg
rga-online, 8.10.2013

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