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23.02.2016
Hibst: Nur ein Kunstrasenplatz kann finanziert werden
Laut Kämmerer ist der Bau eines zweiten Platzes nicht zu bezahlen. Die Mehrheit der Politiker sieht das anders.
Stadtkämmerer Bernd Hibst hat den Politikern gestern Abend noch einmal deutlich zu verstehen gegeben, dass der Bau von zwei Kunstrasenplätzen in Wermelskirchen nicht zu finanzieren ist. "Der Bau eines Platzes ist darstellbar", sagte Hibst. Dieses Signal habe er nach Gesprächen mit der Kommunalaufsicht als Rückmeldung erhalten. Hibst stellte in diesem Zusammenhang aber eindeutig klar: "Der Bau eines zweiten Kunstrasenspielfeldes ist derzeit definitiv nicht darstellbar."

Die Mehrheit der Politiker im Haupt- und Finanzausschuss konnte er mit diesen mahnenden Worten aber nicht davon abbringen, einen CDU-Antrag zu beschließen, dass die Mittel aus dem Investitionsförderungspaket des Kreises in die Finanzierung von zwei Kunstrasenplätzen und eines Jugendfreizeitparks fließen sollen. CDU, SPD und WNKUWG stimmten dafür, FDP, Bürgerforum und Andreas Müßener (Alfa) waren dagegen. Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung. Die CDU verwies an den Beschluss im jüngsten Sportausschuss: Dort sei derselbe Antrag bereits von den Politikern befürwortet worden - und zwar einstimmig.

Wermelskirchen soll nach Angaben des Kreises etwa 344.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm erhalten. Die Mehrheit der Politiker einigte sich darauf, dass jeweils 150.000 Euro in den Bau von zwei Plätzen fließen sollen. Die restlichen 44.000 Euro sollen als finanzielle Unterstützung für das Errichten eines Freizeitparks dienen.

Im Ausschuss entwickelte sich eine hitzige Diskussion. "Wir sind auch für zwei Kunstrasenplätze - aber nicht jetzt. Einen zweiten Platz brauchen wir 2021, wenn der Haushalt ausgeglichen ist", sagte Jürgen Manderla (FDP). Christian Klicki verteidigte den Antrag seiner Fraktion. Darin sei bewusst vermerkt worden, dass die Mittel in die Finanzierung von zwei Plätzen fließen sollen. "Vor einiger Zeit hieß es noch, dass noch nicht einmal ein Kunstrasenplatz in Wermelskirchen zu finanzieren sei. Es wird schwierig, aber wenn wir uns pfiffig anstellen, schaffen wir auch den Bau eines zweiten Platzes", meinte der CDU-Chef. Manfred Schmitz-Mohr (Bürgerforum) kritisierte dieses Vorgehen scharf. "Wir machen Sachen, die die Bürger später bezahlen müssen - denn dann wird es weitere Steuererhöhungen geben", meinte er.

Für Jochen Bilstein (SPD) ist das Haushaltssicherungskonzept (HSK) nicht in Stein gemeißelt. "Wir müssen den Menschen Angebote machen - dazu gehört auch der Sport", sagte er und fügte an: "Wir dürfen die Infrastruktur von Dingen, die nicht lebensnotwendig sind, nicht hinten herunterfallen lassen."

Quelle: RP, Sebastian Radermacher, 23.2.2016


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